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P4 Meeting Research Data Alliance: Reaping the Fruits

Veranstaltungsbericht

22.–24. September 2014, Amsterdam, Niederlande

 

Die Herbsttagung der Research Data Alliance (RDA) rückte getreu ihrem Motto – die Früchte ernten – die ersten Ergebnisse der vielfältigen Arbeits- und Interessengruppen der Allianz in den Mittelpunkt. Auch Ansatzpunkte, wie die Arbeitsergebnisse schlussendlich in der Praxis verankert werden können, wurden rege diskutiert, denn letztendlich ist die “Adoption” das langfristige Ziel der RDA und Grund für das stetig zunehmende Engagement seiner Mitglieder. Deren Basis bilden mittlerweile 2.400 Forscherinnen und Forscher aus 90 Ländern.

Die RDA begleitet dabei den vollständigen Prozess neuer Entwicklungen: Awareness, Interest, Evaluation, Trial und Adoption. Sie versteht sich in diesem Diffusionsprozess als Unterstützer der einzelnen Zwischenschritte. Darüber hinaus möchte sie auch den Übergang zwischen den Entwicklungsschritten fördern, um ihren erfolgreichen Abschluss sicherzustellen. Die inhaltliche Arbeit der einzelnen Gruppen stützt sich dabei auf die Expertise und Beiträge individueller Mitglieder.

Bereits nach zwei Jahren ihres Bestehens hat sich in der Allianz eine Vielzahl an thematischen Arbeits- und Interessengruppen gebildet, welche als Keimzelle der thematischen Arbeit gelten. Ihnen wurde im Rahmen der zahlreiche Breakout Sessions ein Forum zur Weiterentwicklung ihrer Ansätze, zur Vorstellung erster Ergebnisse und zur Einbindung interessierter Teilnehmer geboten. Drei große Plenar-Sessions und zum ersten Mal ein anwendungsorientierter Science Track bildeten den Rahmen des P4-Treffens in Amsterdam.

Erste (Zwischen-)Ergebnisse wurden von der Arbeitsgruppen Data Foundation and Terminology (DFT), Data Type Registries, PID Information Types und Practical Policies vorgestellt.

Ergebnis der Arbeitsgruppe Data Foundation and Terminology ist ein Kernsatz an Begrifflichkeit und deren Definition zur Arbeit mit Daten. Dies soll die gemeinsame Arbeit, auch innerhalb der RDA, erleichtern und Missverständnisse vermeiden helfen, indem ein “gemeinsamer Kulturraum” geschaffen wird. Zur Erarbeitung der entsprechenden Definitionen hat die Gruppe Input von 120 Gruppen innerhalb und außerhalb der RDA aufgenommen und verarbeitet.

Die Data Type Registries-Gruppe hat es sich zum Ziel gemacht, ein funktionstüchtiges Registierungssystem für Datentypen zu schaffen, welches evaluier- und verteilbar ist. Gegenwärtig werden viele Daten nur unzureichend hinsichtlich ihrer Typologie definiert. Währenddessen es für menschliche Benutzer möglich ist, aus dem Kontext und Struktur der Daten auf deren Typ zu schließen, erschwert das Defizit die computergestützte Verarbeitung von Daten erheblich. Das Zwischenergebnis der Gruppe besteht aus einem funktionstüchtigen Prototyp einer Datentypregistierung. Im nächsten Schritt soll der fertige Prototyp in der Praxis Anwendung finden.

Die Arbeitsgruppe PID Information Types greift das bekannte PID-System auf und erweitert es um eine Typologie der erweiterten Informationen, die mit einem PID assoziiert worden. Aufgrund disziplin-spezifischer Eigenheiten bestand das Ziel ausdrücklich nicht in einem vollständigen Typenset, sondern in der Entwicklung einer grundsätzlichen Struktur. Hierzu hat die Gruppe technische Fallbeispiele ausgearbeitet, eine API und deren prototypische Implementierung entwickelt und diese durch eine Nutzeroberfläche ergänzt. Zukünftig wird sich zeigen, ob eine Implementation durch PID-Provider erfolgt.

Mit Hilfe einer Umfrage unter 30 Institutionen hat die Arbeitsgruppe Practical Policies Anwendungsszenarien zur Verknüpfung von Regeln und Richtlinien mit Daten erarbeitet. Ihr Ziel ist es, ein computer-anwendbares, generisches Regelset zu skizzieren, welches die automatisierte Arbeit mit Daten für Forschungsdatenzentren und Datenmanager erleichtert. Zu diesem Grundstock an Policies gehören z. B. die Zugriffsverwaltung, die Version eines Datensatzes oder mit ihm im Zusammenhang stehende Publikationen. Neben entsprechenden Entwurfsvorlagen umfasst das Zwischenergebnis der Arbeitsgruppe auch eine umfassende Beispiel-Implementation.

Auf dem nächsten Plenary-Treffen (P5 in San Diego, USA vom 9.–11. März 2015) werden weitere Arbeits- und Interessengruppen ihre Arbeit präsentieren. Darüber soll die Koordination und Interaktion der verschiedenen Gruppen stärker in den Fokus der RDA-Arbeit rücken. Unter dem Konferenzmotto “Adopt a Deliverable” wird zudem der nächste Schritt im Entwicklungsprozess, die Förderung des praktischen Einsatzes der Arbeitsergebnisse, anvisiert.