Aufgaben und Struktur des Rates für Sozial- und Wirtschaftsdaten


29. April 2011

Der Rat für Sozial-und Wirtschaftsdaten (RatSWD) ist ein unabhängiges Gremium von empirisch arbeitenden Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern aus Universitäten, Hochschulen und anderen Einrichtungen unabhängiger wissenschaftlicher Forschung sowie von Vertreterinnen und Vertretern wichtiger Datenproduzenten. Er wurde 2004 vom Bundesministerium für Bildung und Forschung eingerichtet mit der Zielsetzung die Forschungsdateninfrastruktur für die empirische Forschung nachhaltig zu verbessern und somit zu ihrer internationalen Wettbewerbsfähigkeit beizutragen. Die vom Wissenschaftsrat vorgenommene Bewertung der bisherigen Arbeit des RatSWD hat bestätigt, dass die erwarteten Beiträge zur Erschließung und besseren Nutzung vorhandener Daten und zur Erhöhung der Synergie zwischen Wissenschaft und Datenproduzenten eingelöst wurden.

Der RatSWD hat sich als institutionalisierter Ort des Austauschs und der Vermittlung zwischen den Interessen von Wissenschaft und Datenproduzenten etabliert und erfüllt dabei eine wichtige Rolle als Kommunikations- und Koordinations-Plattform. Der RatSWD übernimmt in den Sozial-, Verhaltens- und Wirtschaftswissenschaften in Bezug auf die Standardsetzung und Qualitätssicherung sowie die weitere Entwicklung bei den Forschungsdatenzentren und Datenservicezentren eine beratende, initiierende und qualitätssichernde Rolle.


Der RatSWD hat insbesondere folgende Aufgaben:

Bei seiner Arbeit beachtet der Rat die gesellschaftliche Diskussion hin zu einer nachhaltigen Entwicklung und einer gleichberechtigten gesellschaftlichen Teilhabe von Frauen und Männern.


Der RatSWD beruft i. d. R. alle drei Jahre eine Konferenz für Sozial- und Wirtschaftsdaten ein. Die Konferenz ist offen für alle interessierten Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler aus Statistik und Wissenschaft. Die offene Einladung verbunden mit einem call for papers ist in geeigneter Weise, insbesondere durch Fachgesellschaften, bekannt zu machen.

Die Konferenz ist eine Plattform für die Diskussion von wissenschaftlichen Themen, die im Kontext von empirischer Sozial-, Verhaltens- und Wirtschaftsforschung sowie prozessproduzierter und umfragebasierter Datenproduktion stehen. Der wissenschaftliche Diskurs bildet den Kern der Konferenz.

Auf dieser Konferenz werden durch eine Wahl die Berufungsvorschläge für die Vertreterinnen und Vertreter der empirischen Sozial-, Verhaltens- und Wirtschaftswissenschaften im RatSWD festgestellt. Darauf und auf die Voraussetzung der aktiven und passiven Wahlberechtigung ist bei der Einladung hinzuweisen.


Der RatSWD besteht aus sechzehn Mitgliedern. Acht Mitglieder sind Vertreterinnen/Vertreter der empirischen Sozial-, Verhaltens- und Wirtschaftswissenschaften. Acht Mitglieder kommen aus folgenden Bereichen der Datenproduktion:

Die Berufungsvorschläge für die Mitglieder aus dem Bereich der Datenproduktion erfolgen von den genannten Institutionen im Einklang mit den Anforderungen des Bundesgremienbesetzungsgesetzes (BGremBG) auf Anfrage des für Forschung zuständigen Bundesministeriums.

Der Berufungsvorschlag für die Vertreterinnen und Vertreter der empirischen Sozial-, Verhaltens- und Wirtschaftswissenschaften erfolgt auf der Grundlage einer Wahl anlässlich der Konferenz für Sozial- und Wirtschaftsdaten. Einzelheiten regelt die Wahlordnung.

Die Mitglieder des RatSWD werden von dem für Forschung zuständigen Bundesministerium im Einvernehmen mit den übrigen Bundesministerien berufen.

Der RatSWD kann zu seinen Beratungen Gäste hinzuziehen und Expertisen vergeben. Bis zu zwei gewählte Vertreterinnen/Vertreter aus dem Ständigen Ausschuss Forschungsdaten-Infrastruktur des RatSWD haben ein ständiges Gastrecht. Zwei Vertreterinnen / Vertreter des Bundes sowie zwei Vertreterinnen/ Vertreter der Länder können als Gäste mit Rede- und Antragsrecht an den Sitzungen des RatSWD teilnehmen. Weiterhin hat die Deutsche Forschungsgemeinschaft ein ständiges Gastrecht.

Der RatSWD wählt aus seinem Kreis eine Vorsitzende oder einen Vorsitzenden und ihre oder seine Stellvertreterin oder ihren oder seinen Stellvertreter für eine Amtsperiode von drei Jahren.

Der RatSWD ist beschlussfähig, wenn mindestens jeweils die Hälfte seiner Mitglieder aus den Bereichen der Datenproduktion und der Wissenschaft anwesend sind. Der RatSWD entscheidet mit der Mehrheit der Stimmen der Anwesenden. Bei Stimmengleichheit entscheidet die Stimme der oder des Vorsitzenden.

Die oder der Vorsitzende vertritt den RatSWD nach außen, leitet die Sitzungen des RatSWD und die Konferenz für Sozial- und Wirtschaftsdaten. Die Geschäftsführung und die Geschäftsstelle des RatSWD unterliegen ihrer oder seiner fachlichen Aufsicht.

Der RatSWD erhält eine von dem für Forschung zuständigen Bundesministerium finanzierte Geschäftsstelle.

Die Geschäftsstelle bereitet die Sitzungen des RatSWD im Einvernehmen mit der oder dem Vorsitzenden vor, organisiert die Konferenz für Sozial- und Wirtschaftsdaten und unterstützt den RatSWD bei seiner Aufgabenwahrnehmung wissenschaftlich und administrativ.

Der RatSWD erfüllt seine Aufgaben auf der Grundlage einer Geschäftsordnung, die von dem für Forschung zuständigen Bundesministerium vorgegeben wird. In dieser Geschäftsordnung sind Verfahren, Aufgaben und Befugnisse der oder des Vorsitzenden und der Geschäftsstelle geregelt. Die Geschäftsordnung kann mit Zweidrittelmehrheit der Mitglieder des RatSWD, jedoch nur nach Zustimmung des für Forschung zuständigen Bundesministeriums, geändert werden.




News

>> AG Georeferenzierung von Daten: Endbericht und Vorträge verfügbar

>> Kommentar zum Science Themenheft Datareplication & Reproducibility:
"Datenverfügbarkeit reicht nicht, um Replikationsstudien zur Routine zu machen" von Gert G. Wagner und Denis Huschka, erschienen als RatSWD Working Paper 194/2012

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Der Rat in der Presse

>> Immer größere Datenberge - Forscher ermuntern auch wissenschaftliche Laien, dabei zu helfen, Forschungsdaten zu erschließen,
pnnde | 11.01.2012 | von Richard Rabensaat

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Aktuelle Konferenzen und Workshops

>> 4th Distinguished Lecture des Rates für Sozial- und Wirtschaftsdaten
"Institutionenversagen in der Finanzkrise - Zur zukünftigen Rolle und Funktion der Statistik im europäischen Kontext".
Vortrag von Eckart Hohmann, Präsident des Hessischen Statistischen Landesamtes,
26. April 2012, Berlin

>> Joint Workshop of RatSWD, GESIS, ZBW, IDSC and nestor
Metadata and Persistent Identifiers for Social and Economic Data
7-8 May 2012, Berlin, Berlin-Brandenburg Academy of Sciences and Humanities

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