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3rd Distinguished Lecture des Rates für Sozial- und Wirtschaftsdaten (RatSWD)

Zählen reicht nicht - Warum Statistik und Wissenschaft die Politik nicht ersetzen können.

Vortrag von Prof. Dr. Gert G. Wagner

Nicht nur Wissenschaftler, sondern auch die breite Öffentlichkeit glauben daran, dass es besser wäre, wenn die Politik bei ihren Entscheidungen mehr auf wissenschaftliche Ergebnisse und damit auf Wissenschaftler hören würde. Der Vortrag zeigt, dass es nur für einen kleinen Teil der Probleme, die Politiker zu lösen haben, klare wissenschaftliche Antworten gibt: die meisten Fragen sind wissenschaftlich nicht beantwortbar. Oder zumindest beim heutigen Stand der Wissenschaft noch nicht beantwortbar. Sie sind "trans-scientific".

Hinzu kommt, dass ein Großteil der politischen Entscheidungen auf Wertentscheidungen beruhen müssen. Und bei Wertentscheidungen sollte jede Stimme gleich zählen und Wissenschaftler sollten kein größeres Gewicht haben als alle anderen Erwachsenen. Trotzdem ist wissenschaftliche Erkenntnis für politische Entscheidungen alles andere als nutzlos, denn nicht alles ist trans-scientific und auch Wertentscheidungen sollten auf möglichst guter Kenntnis von Fakten beruhen. Der Vortrag endet mit Vorschlägen wie die Voraussetzungen aussehen könnten damit Wissenschaft für politische Entscheidungen besser genutzt werden kann als gegenwärtig.

 

Prof. Dr. Gert G. Wagner ist Vorstandsvorsitzender des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW Berlin), Lehrstuhlinhaber für Empirische Wirtschaftsforschung an der TU Berlin sowie Max Planck Fellow am MPI für Bildungsforschung. Wagner war und ist in verschiedenen Kontexten politikberatend tätig: Er ist u.a. Mitglied der Enquete-Kommission „Wachstum, Wohlstand und Lebensqualität“ und war u.a. Mitglied in der Kommission für die Nachhaltigkeit in der Finanzierung der sozialen Sicherungssysteme. Seit Gründung des Rates für Sozial- und Wirtschaftsdaten (RatSWD) ist Wagner sein Mitglied, zurzeit hat er den Vorsitz des RatSWD inne.