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5th Distinguished Lecture des RatSWD im Rahmen der 6. Konferenz für Sozial- und Wirtschaftsdaten

Research With Impact – Die Rolle der wirtschaftswissenschaftlichen Politikberatung in einer aufgeklärten Gesellschaft

Vortrag von Prof. Dr. Christoph M. Schmidt

Nur wer Ursachen und Wirkungen verlässlich herausgearbeitet hat, kann Wirksamkeit versprechende wirtschaftspolitische Eingriffe entwerfen. Die trennscharfe Erkenntnis der Wirkungen und Nebenwirkungen wirtschaftspolitischer Maßnahmen ("ex post") ist bestenfalls näherungsweise möglich, denn die entsprechenden Analysen müssen in der Regel nicht-experimentell erfolgen. Noch schwerer ist daher das Design guter Wirtschaftspolitik ("ex ante"), denn dieser unsichere Stand der Erkenntnis muss auf neue, möglicherweise nicht mit dem bisherigen Erfahrungsschatz vereinbare Gegebenheiten übertragen werden. Doch eine aufgeklärte Gesellschaft kann und muss den Anspruch erheben, dass politische Entscheidungen auf empirischer Evidenz und nicht auf ideologiegestützten Plausibilitätsüberlegungen beruhen. Sie braucht daher unabhängige Gremien der wissenschaftlichen Beratung, um politische Gestaltungsangebote einordnen zu können. Um diese Rolle zu erfüllen, sollten sich die Akteure als kritische Mahner, nicht als willfährige Erfüllungsgehilfen verstehen.

Prof. Dr. Christoph M. Schmidt ist seit 2002 Professor an der Ruhr-Universität Bochum und Präsident des Rheinisch-Westfälischen Instituts für Wirtschaftsforschung (RWI) in Essen. Im März 2009 wurde Schmidt in den Sachverständigenrat zur Begutachtung der gesamtwirtschaftlichen Entwicklung berufen, wo er den Platz von Bert Rürup einnahm. Im März 2013 übernahm er den Vorsitz des Sachverständigenrates von Wolfgang Franz. Von 2011 bis 2013 war er zudem sachverständiges Mitglied der Enquete-Kommission "Wachstum, Wohlstand, Lebensqualität" des Deutschen Bundestages.