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P6-Meeting der Research Data Alliance: RatSWD-Session zu sensiblen Mikrodaten

Auf der diesjährigen Herbsttagung der Research Data Alliance (RDA) in Paris informierten sich 700 Teilnehmerinnen und Teilnehmer über aktuelle Entwicklungen der Initiative auf dem Gebiet der Forschungsdaten. In den zwei Jahren seit ihrer Gründung ist die RDA rasant mit nunmehr 3.200 Mitgliedern aus 103 Ländern gewachsen. Und auch die fachliche Breite der Initiative ist beachtlich: neben den Lebens- und Naturwissenschaften sind auch die Sozial- und Geisteswissenschaften vertreten. Keynote-Referentin Babara Ryan, Geschäftsführerin der Initiative Group on Earth Observations (GEO), beschrieb die globale Welt der Forschungsdaten somit sehr treffend: „Countries have borders, research doesn’t“.

In den zahlreichen Breakout-Sessions der mittlerweile 56 Working und Interest Groups sowie in 26 Birds of Feather-Sessions wurden Arbeitsergebnisse, neue Ideen und Anwendungsmöglichkeiten diskutiert. Neue “Deliverables” präsentierten dabei u. a. die in Zusammenarbeit mit dem WDS (ICSU World Data System) entstandenen Arbeitsgruppen Publishing Data Bibliometrics, Publishing Data Services, Publishing Data Workflows sowie die Arbeitsgruppe Repository Audit and Certification DSA-WDS Partnership.

Der Rat für Sozial- und Wirtschaftsdaten (RatSWD), selbst organisatorisches Mitglied der RDA, organisierte eine eigene BoF-Session zum internationalen Zugang zu sensiblen Mikrodaten in den Sozial- und Wirtschaftswissenschaften. Nach einer Einführung in die etablierte Forschungsdateninfrastruktur in Deutschland durch die Geschäftsstelle des RatSWD referierte Mary Vardigan (ICPSR, University of Michigan) zum Thema Metadaten im internationalen Kontext. Katharina Kinder-Kurlanda (Datenarchiv für Sozialwissenschaften, GESIS Köln) stellte die aktuellen Entwicklungen des internationalen Datenzugangs vor. Im Anschluss diskutieren die ca. 40 Teilnehmerinnen und Teilnehmer der Session, wie die verschiedenen aktuellen Initiativen und Lösungsansätze aufgegriffen und gemeinsam innerhalb der RDA weiterentwickelt werden können.

Unter dem Motto „Enterprise Engagement“ waren auch Unternehmen eingeladen, ihre Ansätze innovativer Datennutzung auf der Konferenz zu präsentieren. Diesem Aufruf folgten 21 Start-ups sowie kleine und mittlere Unternehmen (KMU), die sich und ihre Produkte im Rahmen des erstmals veranstalteten Experimentation Day vorstellten. Einer der Aussteller und Gewinner des RDA Climate Change Data Challange ist Plume Labs, dessen App auf Basis von Open Data dem Nutzer Informationen zur Luftqualität seines Standorts liefert. Auch zukünftig soll der Experimentation Day den Austausch zwischen RDA-Mitgliedern und Initiativen des privaten Sektors fördern.

Das nächste Plenary-Treffen der RDA wird in Tokio, Japan vom 1. bis 3. März 2016 unter dem Motto: “Making data sharing work in the era of Open Science” stattfinden.