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Weiteres Datenangebot für die (raumbezogene) Migrations-, Gesundheits- und Finanzmarktforschung

Pressemitteilung, 03.06.2020

Auf seiner 55. Sitzung hat der RatSWD 4 neue Forschungsdatenzentren (FDZ) akkreditiert: Das DeZIM.fdz bietet ein umfangreiches Datenangebot zu Migration und Integration, der IÖR-Monitor hat kleinräumige Geodaten im Angebot. Die Datenbank GePaRD ermöglicht die Analyse von Krankenkassen-Abrechnungsdaten und das SAFE-FDZ eine interdisziplinäre, historische Erforschung der Finanzmärkte.
Darüber hinaus hat der RatSWD auf seiner 55. Sitzung Signale zum optimierten Zugang zur Polizeilichen Kriminalstatistik, zu Justizstatistiken und weiteren kriminalistischen Forschungsdaten begrüßt. Er wird die Umsetzung aktiv unterstützen und die Bedarfe der unterschiedlichen Fachgemeinschaften vermitteln.

Der Rat für Sozial- und Wirtschaftsdaten (RatSWD) hat auf seiner 55. Sitzung (28./29. Mai 2020 per Videokonferenz) 4 neue Forschungsdatenzentren (FDZ) akkreditiert. Sie erweitern das Angebot der nunmehr 38 akkreditierten FDZ. Die FDZ bieten Forschenden einen strukturierten und datenschutzkonformen Zugang zu qualitätsgesicherten Forschungsdaten. Die Akkreditierungen wurden vorläufig ausgesprochen, u.a. da die FDZ sich aktuell noch im Aufbau befinden

Die neu akkreditierten FDZ sind:

DeZIM.fdz  (Deutsches Zentrum für Integrations- und Migrationsforschung)
Das Forschungsdatenzentrum DeZIM.fdz stellt Forschungsdaten zu den Themen Migration und Integration bereit, die aus quantitativen und qualitativen Erhebungen sowie aus der Forschung mit Textkorpora hervorgehen. Es werden Daten aus Projekten des DeZIM-Instituts und aus der DeZIM-Gemeinschaft bereitgestellt – das FDZ erfüllt auch eine Repositoriumsfunktion für das eigene Haus und seine Partner. Die Archivierung von externen Daten wird mitgedacht und in Zukunft ebenfalls angeboten.

IÖR-Monitor  (Leibniz-Institut für Ökologische Raumentwicklung)
Der IÖR-Monitor stellt Informationen zur Flächennutzungsstruktur und deren Entwicklung sowie zur Landschaftsqualität für Deutschland bereit. Er bietet einen Zugang zu kleinräumigen Geodaten, z. B. zur Wohnumfeldbeschreibung, Siedlungsdichte oder zur Grünflächenausstattung. Sozialwissenschaftliche Datensätze können durch die Daten des IÖR-Monitors angereichert werden. Dies wird im Projekt „Aufbau einer Sozial-Raumwissenschaftlichen Forschungsdateninfrastruktur“ (SoRa) bereits prototypisch praktiziert. Damit entstehen für quantitative Befragungen erhebliche Potenziale.

GePaRD Forschungsdatenbank  (Leibniz-Institut für Präventionsforschung und Epidemiologie)
Die Forschungsdatenbank GePaRD (German Pharmacoepidemiological Research Database) umfasst Informationen von Versicherten der teilnehmenden Krankenkassen und deren Abrechnungsdaten. Dazu gehören demographische Angaben, Informationen zu Arzneimittelverordnungen sowie ambulante und stationäre Leistungen und Diagnosen. Die Datensätze sind umfassend aufbereitet, sodass z.B. auch familiäre Verbindungen zwischen Versicherten aus den Daten hervorgehen.

SAFE-FDZ  (Leibniz-Institut für Finanzmarktforschung)
Das SAFE-FDZ (Sustainable Architecture for Finance in Europe) bietet ein fokussiertes Datenangebot zur interdisziplinären Erforschung der Finanzmärkte und ihrer Akteure in Europa. Es umfasst derzeit u.a. historische Unternehmensfinanzkennzahlen, finanzwirtschaftliche Forschungsdaten mit Schwerpunkt europäische Finanzwirtschaft und ein europäisches Panel zur aktuellen Geldmarktpolitik.

Zugang zur Polizeilichen Kriminalstatistik (PKS), Justizstatistiken und weiterer Forschungsdaten
Der RatSWD hat sich in seiner 6. Berufungsperiode aktiv für die Weiterentwicklung der Kriminal- und Justizstatistiken eingesetzt und konkrete Empfehlungen an Politik und statistikproduzierende Behörden erarbeitet (2019, 2020). Der initiierte Austausch zwischen Wissenschaft, Bundesministerium der Justiz und für Verbraucherschutz (BMJV) und Bundeskriminalamt (BKA) hat die grundsätzliche Bereitschaft der relevanten Stakeholder unterstrichen, Justizstatistiken, die Polizeiliche Kriminalstatistik (PKS) und hauseigene Forschungsdaten (z. B. Viktimisierungssurveys) für die Forschung zugänglicher zu machen und weiter zu optimieren. Der RatSWD begrüßt diese Signale. Im Dialog mit Datenproduzenten und den unterschiedlichen Nutzendengruppen wird er die weitere Umsetzung seiner Empfehlungen auch künftig begleiten. Der RatSWD plant u. a., die Potenziale der Kriminal- und Justizstatistiken und die Bedarfe der relevanten Fachgemeinschaften noch stärker sichtbar zu machen, um so die nachfragebedingte Ausweitung des Forschungsdatenzugangs zur Justizstatistik zu unterstützen.
Die nächste Sitzung des RatSWD findet am 16./17. Juli 2020 statt.

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Der Rat für Sozial- und Wirtschaftsdaten (RatSWD)
berät seit 2004 die Bundesregierung und die Regierungen der Länder in Fragen der Forschungsdateninfrastruktur für die empirischen Sozial-, Verhaltens- und Wirtschaftswissenschaften. Im RatSWD arbeiten acht* durch Wahl legitimierte Vertreterinnen und Vertreter der sozial-, verhaltens- und wirtschaftswissenschaftlichen Fachdisziplinen mit acht* Vertreterinnen und Vertretern der wichtigsten Datenproduzenten zusammen. (* jeweils zehn ab seiner 7. Berufungsperiode)
Er versteht sich als institutionalisiertes Forum des Dialoges zwischen Wissenschaft und Datenproduzenten und erarbeitet Empfehlungen und Stellungnahmen. Der RatSWD engagiert sich für eine Infrastruktur, die der Wissenschaft einen breiten, flexiblen und sicheren Datenzugang ermöglicht. Solche Daten werden von staatlichen, wissenschaftsgetragenen und privatwirtschaftlichen Akteuren bereitgestellt. Der RatSWD hat 38 Forschungsdatenzentren akkreditiert, deren Kooperationen er fördert.