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RatSWD begrüßt Empfehlungen der „Allianz“ zu Forschungsdaten

RatSWD Pressemitteilung, 13.07.2010

Die „Allianz der deutschen Wissenschaftsorganisationen“ hat Ende Juni 2010 „Grundsätze zum Umgang mit Forschungsdaten“ beschlossen. Der Vorsitzende des Rates für Sozial- und Wirtschaftsdaten (RatSWD), Gert G. Wagner, begrüßt diese Grundsätze ausdrücklich.

„Es ist eine weltweite Entwicklung , dass Wissenschaftsorganisationen die Bedeutung von Forschungsdaten für das gesamte Wissenschaftssystem nicht würdigen. Es ist wirklich hervorragend, dass die „Allianz“ nun ihre Anstrengungen bei der Entwicklung des Forschungsdaten-Managements, von Standards bei Dokumentation und Zugriff verstärkt, sowie eine zielgerichtete Lehre und Weiterqualifikation fordert. Davon werden auch die Sozial- und Wirtschaftswissenschaften profitieren. Gleichzeitig können andere Fachdisziplinen von der Archivierung und dem offenen Zugang zu Forschungs- und Statistik-Daten in den Sozial- und Wirtschaftswissenschaften lernen“ unterstreicht Gert Wagner, der auch hervorhebt, dass „die Sozial- und Wirtschaftswissenschaften zusammen mit der amtlichen Statistik seit Jahren wichtige Erfahrungen im Bereich des effektiven Datenschutzes gewonnen haben.“

In den Grundsätzen der „Allianz“ heisst es: „Qualitätsgesicherte Forschungsdaten bilden einen Grundpfeiler wissenschaftlicher Erkenntnis und können unabhängig von ihrem ursprünglichen Erhebungszweck vielfach Grundlage weiterer Forschung sein. Dies gilt namentlich für die Aggregation von Daten aus unterschiedlichen Quellen zur gemeinsamen Nutzung. Die nachhaltige Sicherung und Bereitstellung von Forschungsdaten dient daher
nicht nur der Prüfung früherer Ergebnisse, sondern in hohem Maße auch der Erzielung künftiger Ergebnisse.“

Wagner begrüßt ausdrücklich, dass es sehr sinnvoll ist, dass die Allianz in ihren Grundsätzen deutlich macht, dass es beim Zugang zu Forschungsdaten keine Einheitslösung geben kann, sondern fachspezifische Besonderheiten zu berücksichtigen sind. „Im Bereich der Naturwissenschaften gibt es keinen personenbezogenen Datenschutz – in den Sozial- und Wirtschaftswissenschaften ist der Datenschutz aber ebenso wichtig wie etwa in der Medizin und den Verhaltenswissenschaften.“

Von zentraler Bedeutung ist für Gert Wagner die Anerkennung der Datenproduktion, der Archivierung und des Zugangs („data sharing“) als eigenständige Leistungen innerhalb des Wissenschaftssystems. In den Grundsätzen heißt es dazu: „Die Bereitstellung von Forschungsdaten zur weiteren Nutzung ist eine Leistung, die der Wissenschaft als Ganzer zu Gute kommt. Die Allianz ermutigt zur Anerkennung und Förderung dieses zusätzlichen zeitlichen und finanziellen Aufwands.“ Wagner unterstreicht, dass es hier nicht nur um die Förderung von Institutionen wie Datenarchiven geht, sondern vor allem auch um die Anerkennung und Förderung der Arbeitsleistung der jungen Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler, die dafür sorgen, dass Forschungsdaten produziert, archiviert und für Dritte zugänglich gemacht werden. „Das Potential von Forschungsdaten wird nur dann für neue Erkenntnisse voll ausgeschöpft, wenn in der Wissenschaft erstklassige Daten-Produktion sowie nutzungsfreundliches Archivierung und Data Sharing voll anerkannt und mit Reputation honoriert werden. Neuere Entwicklungen, wie beispielsweise die eindeutige Identifikations-Nummer zum Zitieren von Forschungsdaten und den dahinter stehenden Wissenschaftler/innen und Statistiker/innen können dazu beitragen.“