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Daten-Eigentum und Daten-Zugang? Big Data auf der Festveranstaltung des RatSWD

Pressemitteilung, 21. April 2015

Anlässlich seines zehnjährigen Jubiläums widmete sich der RatSWD am 16. April 2015 aktuellen Zukunftsfragen von Big Data und deren Bedeutung für Forschung, Politik und Gesellschaft. Rund 200 Teilnehmerinnen und Teilnehmer diskutierten Chancen und Risiken, die durch das Phänomen Big Data aufgeworfen werden. Auf seiner anschließenden Sitzung hat der RatSWD entschieden, dieses Thema in seiner Arbeit vertiefend aufzugreifen.

Nach Grußworten von Regina T. Riphahn (Vorsitzende des RatSWD), Ulrich Schüller (Bundesministerium für Bildung und Forschung) und Peter Farago (FORS – Schweizer Kompetenzzentrum für Sozialwissenschaften) ergründete Klaus Mainzer (TU München) in einem Festvortrag das Phänomen Big Data in seiner Disziplinen überspannenden Bedeutung.

Dabei wurde ersichtlich, wie wichtig es ist, die zur Verfügung stehenden Technologien für Kausalanalysen zu nutzen und es nicht bei reinen Korrelationsanalysen zu belassen. Gleichzeitig darf der Faktor Mensch nicht aus den Augen verloren werden: Es gilt, im Umgang mit und der Analyse von Big Data die menschliche Urteilskraft für die neue Datentechnik zu sensibilisieren.

Unter der Moderation von Ursula Weidenfeld diskutierte im Anschluss ein interdisziplinär besetztes Panel die Potentiale und Risiken von Big Data für die Wissenschaft: Claudia Eckert (Fraunhofer AISEC), Ernst Hafen (ETH Zürich), Klaus Mainzer (TU München), Wolfgang E. Nagel (ScaDS Dresden-Leipzig), Armin Nassehi (LMU München) und Peter Schaar (EAID). Insbesondere Fragen nach dem Eigentum an überwiegend von privaten Unternehmen gesammelten Daten und dem somit beschränkten Zugang zu diesen Daten standen im Fokus der Debatte.

Die Veranstaltung bildet den Auftakt für eine vertiefte Auseinandersetzung des RatSWD mit dem Thema Big Data, die dazu beitragen soll, wissenschaftliche Anwendungen von Big Data zu ermöglichen bzw. zu stimulieren. Auf seiner anschließenden Sitzung am 17. April 2015 hat der RatSWD daher beschlossen, in seiner zukünftigen Arbeit die Themen Datenzugang und Qualitätssicherung von Big Data aufzugreifen. Hierfür wird er mit großen Datenanbietern in Kontakt treten, um den Zugang und die Analysepotentiale für die Sozial-, Verhaltens- und Wirtschaftsforschung auszuloten.

 

Der Rat für Sozial-und Wirtschaftsdaten (RatSWD)
ist ein unabhängiges Gremium von empirisch arbeitenden Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern aus Universitäten, Hochschulen und anderen Einrichtungen unabhängiger wissenschaftlicher Forschung sowie von Vertreterinnen und Vertretern wichtiger Datenproduzenten. Er wurde 2004 vom Bundesministerium für Bildung und Forschung eingerichtet mit der Zielsetzung die Forschungsdateninfrastruktur für die empirische Forschung nachhaltig zu verbessern und somit zu ihrer internationalen Wettbewerbsfähigkeit beizutragen.