RatSWD @ RSSfeed

Sprachen

  • English
  • Deutsch

RatSWD unterstützt EOSC-Deklaration

Pressemitteilung, 24.11.2017

Der RatSWD begrüßt die kürzlich von der Europäischen Kommission abgegebene Erklärung zur European Open Science Cloud (EOSC). Der RatSWD setzt sich für den Aufbau einer offenen europäischen Forschungsdateninfrastruktur ein und wird den Umsetzungsprozess der EOSC-Ziele daher mit seiner breiten, interdisziplinären Expertise weiterhin unterstützen.
Der RatSWD hält es für notwendig, dass europäische Wissenschaftsorganisationen der Sozial-, Verhaltens- und Wirtschaftsforschung den Aufbau einer europaweiten Forschungsdateninfrastruktur aktiv verfolgen und unterstützen.

Viele Aspekte, die in der EOSC-Erklärung genannt werden, sind in den meisten vom Rat für Sozial- und Wirtschaftsdaten (RatSWD) akkreditieren Forschungsdatenzentren (FDZ) tägliche Praxis. Der RatSWD hat sich das Ziel gesetzt, die Forschungsdateninfrastruktur in enger Zusammenarbeit mit den FDZ unter anderem entlang der nachfolgenden Leitprinzipien weiter voranzutreiben und zu verbessern. Das umfassende Statement finden Sie hier.

[Datenkultur] Wir setzen uns dafür ein, Forscher und Förderorganisationen für die Bedeutung von Datenaustausch, Datenbereitstellung und -pflege zu sensibilisieren.

[Datenzentren] Wir fördern das Modell unabhängiger und akkreditierter FDZ. FDZ bieten der Wissenschaft und Forschung einen benutzerfreundlichen, transparenten, vertrauenswürdigen und qualitativ hochwertigen Zugang zu statistisch auswertbaren Mikrodaten. Sie nehmen eine vermittelnde Rolle bei der Verbesserung der Zusammenarbeit zwischen den Datennutzern und den jeweiligen Datenproduzenten ein.

[Akkreditierung] Wir haben Mindeststandards und klare Kriterien für die Akkreditierung von FDZ entwickelt. Diese Standards und Kriterien fördern die Koordination und Zusammenarbeit zwischen den FDZ und stellen die Qualität der Forschungsdateninfrastruktur sicher. Bis November 2017 wurden 31 FDZ vom RatSWD akkreditiert. Ein regelmäßiges Monitoring unterstützt die Analyse und Kommunikation zur stetigen Verbesserungen der Forschungsdateninfrastruktur.

[Kompetenzen] Um die Anerkennung des Datenaustausches und des FDZ-Modells voranzutreiben, ist es unerlässlich, dass Datenzentren vertrauenswürdige, zuverlässige und qualitativ hochwertige Dienste bereitstellen. Daher hat der RatSWD eine Arbeitsgruppe eingerichtet, die Leitlinien für den Qualifikationsbedarf von Datenmanagern und Datenverwaltern in den FDZ erarbeitet.

[Data stewardship] Wir setzen uns für die Erstellung und Bereitstellung benutzerfreundlicher Datenprodukte ein. Dazu gehören qualitativ hochwertige, standardisierte Metadaten, eine umfassende Dokumentation, Schulungsunterlagen und Unterstützung bei der Datenanalyse.

[Reputation und Anreize] Wir fördern die akademische Anerkennung der Erhebung eigener Daten, ihrer Archivierung und der Öffnung dieser Daten für die weitere Forschungsöffentlichkeit als wesentliche Dienstleistungen für die wissenschaftliche Gemeinschaft. Durch ihre Verankerung im wissenschaftlichen Reputationssystem wird die Datenproduktion, -archivierung und -veröffentlichung zum individuellen Qualifikationsfaktor bei der Begutachtung von Forschungsprojekten anerkannt.

[FAIR-Prinzipien] Der RatSWD setzt sich für die Umsetzung der FAIR-Grundsätze in seinen 31 FDZ ein. Der RatSWD fördert zudem die Schaffung zusätzlicher FDZ, um den Datenzugang für die Forschung weiter zu verbessern. Die Prinzipien der Auffindbarkeit, Zugänglichkeit und Wiederverwendbarkeit sind bereits seit 2001 Leitprinzipien der Informationsinfrastruktur und der Einrichtung von FDZ. Innerhalb unserer Monitoring-Prozesse unterstützen wir die Analyse und Kommunikation zwischen den FDZ für eine stetige Verbesserung der Forschungsdateninfrastruktur. Bei den FAIR-Grundsätzen haben sich für den RatSWD jedoch zwei gegensätzliche Prioritäten herauskristallisiert. Einschränkungen ergeben sich bei der Barrierefreiheit und der Interoperabilität. Eine umfassende Erklärung findet sich hier.

-----
Der Rat für Sozial- und Wirtschaftsdaten (RatSWD)
berät seit 2004 die Bundesregierung und die Regierungen der Länder in Fragen der Forschungsdateninfrastruktur für die empirischen Sozial-, Verhaltens- und Wirtschaftswissenschaften. Im RatSWD arbeiten acht durch Wahl legitimierte Vertreterinnen und Vertreter der sozial-, verhaltens- und wirtschaftswissenschaftlichen Fachdisziplinen mit acht Vertreterinnen und Vertretern der wichtigsten Datenproduzenten zusammen.
Er versteht sich als institutionalisiertes Forum des Dialoges zwischen Wissenschaft und Datenproduzenten und erarbeitet Empfehlungen und Stellungnahmen. Der RatSWD engagiert sich für eine Infrastruktur, die der Wissenschaft einen breiten, flexiblen und sicheren Datenzugang ermöglicht. Solche Daten werden von staatlichen, wissenschaftsgetragenen und privatwirtschaftlichen Akteuren bereitgestellt. Der RatSWD hat 31 Forschungsdatenzentren akkreditiert, deren Kooperationen er fördert.