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Bundeskanzlerin begrüßt freien Zugang zu Forschungsdaten

RatSWD Pressemitteilung, 30.08.2012

Ein Ergebnis des Zukunftsdialogs des Bundeskanzleramts

Im Rahmen des vom Bundeskanzleramt durchgeführten „Zukunftsdialogs“, an dem über 100 Expertinnen und Experten beteiligt waren, schlägt die Arbeitsgruppe „Lernende Gesellschaft“ im Abschlussbericht, welcher der Kanzlerin am 28. August 2012 übergeben wurde, einen freien Zugang zu öffentlich finanzierten Studien- und Forschungsdaten vor. Weiterhin wird empfohlen, bei der Beantragung von Förder- und Forschungsmitteln eine Begründungspflicht einzuführen, sollte der Zugang zu Daten ausnahmsweise nicht vorgesehen sein.
Dieser Handlungsvorschlag gehört zu den 24 Vorschlägen, die vom Kanzleramt mit Priorität einer genaueren Prüfung unterzogen werden.

„Durch einen verbesserten und freien Zugang zu Daten aus allen Bereichen der Verwaltung und der Forschung steigt nicht nur die Qualität der empirischen Forschung, sondern auch politische Entscheidungsfindungen werden zukünftig transparenter und informierter sein können, da Entscheidungen besser als bislang auf Daten und Fakten beruhend getroffen werden könnten“, begrüßt der Vorsitzende des Rates für Sozial- und Wirtschaftsdaten (RatSWD), Prof. Dr. Gert G. Wagner, das Aufgreifen des Expertenvorschlags durch die Kanzlerin. „Es ist bemerkenswert und äußerst erfreulich, dass ein solcher eher „technischer“ und politisch unspektakulärer Vorschlag von der Kanzlerin ausdrücklich aufgegriffen wird“, unterstreicht Wagner.

Auf jeden Fall muss der Datenschutz strikt eingehalten werden. Eine Beeinträchtigung der informationellen Selbstbestimmung der Bürgerinnen und Bürger darf es nicht geben. Umso wichtiger sind deshalb die Koordinierung und der systematische Aufbau der Datenportale und Datenangebote im Rahmen von „Forschungsdatenzentren“, wie sie in den letzten Jahren von der amtlichen Statistik und der Wissenschaft aufgebaut wurden.

Hintergrund:
Der Rat für Sozial- und Wirtschaftsdaten (RatSWD) verbessert die Voraussetzungen für die empirische Sozial-, Verhaltens- und Wirtschaftsforschung. Damit leistet der RatSWD einen Beitrag zum besseren Verständnis darüber, wie die Gesellschaft funktioniert. Durch bessere Forschung kann die Politik ihre Entscheidungen auf solides Wissen stützen.